Gott im Pausenraum

Kapellen. Im ersten Bezirk verbergen sich zahlreiche Kapellen in Büros, Wohnhäusern und Heimen. Ein ehemaliger Bezirksrat hat es sich zum Hobby gemacht, sie aufzuspüren.

Stadtleben | Thomas Prlic | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Günther Wachtl weiß, wie man auf Menschen zugeht. Das gehört zu seinem Beruf. Als Bezirkspolitiker sollte man schließlich wissen, was in seinem Grätzel los ist. Und dazu muss man mit den Leuten reden. Wachtl unternimmt deshalb gerne ausführliche Spaziergänge durch "seinen" Bezirk, die Wiener City. "Ich geistere herum", nennt das der ÖVP-Bezirksrat im Ruhestand. Vor acht Jahren kam er während einer seiner Wanderungen wieder einmal in der Kurrentgasse vorbei. "Vor einem Haus stand ein altes Mutterl, die Haustüre war ein Stück offen", erinnert sich der Pensionist an den, wie sich später herausstellen sollte, besonderen Nachmittag. Wachtl grüßte, und "weil ich ja nicht kontaktscheu bin", kam man ins Gespräch. Irgendwann erzählte die alte Dame etwas von einer Kapelle, die sich im Haus - einem katholischen Wohnheim für Haushaltshilfen - befände. Wachtl wurde neugierig, folgte der Frau in den ersten Stock und fand sich plötzlich hinter einer schweren Eisentüre in einer bestens


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