Tier der Woche: Aufgebockt

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Zu Beginn des Jahres berichtete ich über diverse Lebewesen, die zum "Tier des Jahres" ernannt wurden. Diese Maßnahme des Ausrufens will Aufmerksamkeit auf irgendeinen Aspekt des Lebens richten und ist auch in anderen Bereichen gern geübte, aber auch oft leicht absurde PR-Praxis. So ist zum Beispiel beim heuer stattfindenden "Jahr des deutschen Tourismus" klar, wessen Interessen gepusht werden sollen. Beim "Jahr des Gehirns" mit dem originellen Untertitel "Es kann mehr, als du denkst" ist das nicht mehr so offenbar. Anderen Organen wie den Gelenken hingegen widmet man ohne Begründung nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit und ruft bloß einen Tag der Rheumakranken (9. Juni) aus. Noch kleinere benannte Zeiteinheiten gibt es in den Medien, wenn diese von einer "Stunde der Opposition" sprechen, falls Herr Gusenbauer erfolgreich die Regierung kritisiert hat. Die kleinste gewidmete Form findet sich dann nur mehr im Sport, wenn die "Rapidviertelstunde" eingeklatscht wird. Aber hier wird abgeschwiffen,


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