Standpunkt: Jumping Cap

Politik | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Josef Cap mag Zeitungen. Beim Streitgespräch mit Peter Westenthaler im ORF über den ORF hieltder SPÖ-Klubobmann brav eine Kronen Zeitung in die Kamera. Um zu belegen, wie böse die Regierung den Printmedien mitspiele, wenn die größten von ihnen nicht mehr uneingeschränkt im öffentlich-rechtlichen Fernsehenwerben dürften. Penetranter kann man sich bei Krone-Chef Hans Dichand nicht einschleimen (Westenthaler zog in der "Pressestunde" übrigens nach). Bei anderer Gelegenheit kramte Cap eine Ausgabe des Spiegel hervor. Obwohl es sich diesmal um ein Qualitätsblatt handelte, war die Argumentation des roten Rhetorikers nicht weniger durchsichtig. Der Spiegel hatte mit einer Story über US-Präsident George W. Bush getitelt, die Cap als Beleg dafür zitierte, dass die USA plötzlich eine grausliche Politik machten. Deshalb, so der langjährige NATO-Befürworter, könne er - entsprechend der Parteilinie - nun kein Argumentfinden, der Allianz beizutreten. Das wirft Fragen auf. Ist Cap, als er noch für den NATO-Beitritt war, davon ausgegangen, dass die "guten" US-Demokraten für immer und ewig an der Macht bleiben? Und: Würde Österreich unter sozialdemokratischer Regentschaft aus der EU austreten, wenn in Deutschland, Frankreich und England einmal wieder die Konservativen regieren? G. J.


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