Kommentar: Schauspielhaus: Adieu, Hans Gratzer!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Als das Wiener Schauspielhaus vor ziemlich genau 23 Jahren mit Jean Genets "Der Balkon" eröffnet wurde, war ich nicht dabei, weil es mich damals noch nicht interessiert hat. Als vergangenen Freitag die Ära Hans Gratzer am Schauspielhaus mit der Oper "Frankfurter süß für Don Quijote" zu Ende ging, war ich nicht dabei, weil mich dieses Theater nicht mehr interessiert, seit dort kein Theater mehr gespielt wird.

In den vielen Jahren dazwischen aber habe ich fast keine Premiere am Schauspielhaus verpasst; als ich in den frühen Achtzigern begann, mich für Theater zu begeistern, war das Schauspielhaus für mich die wichtigste Adresse in der Stadt; und als in den frühen Neunzigern dann die erste Peymann-Euphorie verflogen war, stellte das Schauspielhaus die wichtigste Alternative zum übermächtigen Burgtheater dar. Alles in allem war das Schauspielhaus - nicht nur für mich - eine der wesentlichen Wiener Bühnen der vergangenen 20 Jahre; seinen Platz in der Theatergeschichte der Stadt hat


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