Streifenweise

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Man muss schon Mona heißen, um Mona zu lieben. Sie ist die meistgehasste Frau in ganz Verplanck, oder besser: Sie war die meistgehasste Frau in dieser New Yorker Kleinstadt, denn in der zweiten Minute des Films rast sie mit ihrem jugoslawischen Testauto über die Klippen ... Und das war er dann auch schon, der eine wirklich gute Schmäh, der Nick Gomez' "Drowning Mona" ("Der Fall Mona") buchstäblich nicht nur ins Rollen, sondern auch über die restliche Laufzeit bringt. Wie bei schwarzen Komödien üblich, so stellt sich auch hier den "trauernden" Angehörigen schon bald die Frage: Unfall, Mordfall oder Glücksfall? Bette Midler gibt die Verblichene, Casey Affleck den leidgeprüften Jungen von nebenan, Neve Campbell dessen Verlobte - ihren Vater wiederum spielt Danny DeVito, der als Sheriff des Orts diese Schlamassel auch noch aufklären muss.

Apropos Muttertag. Anlässlich der Ausstellung im Volkskundemuseum zeigt das Filmhaus Stöbergasse die gleichnamige Filmreihe "Produkt Muttertag". Die Eröffnung macht die grandiose Proletenpassion "Mutter Krausens Fahrt ins Glück" (D 1929, Regie: Phil Jutzi), live vertont von Steven Garling aus Berlin; ansonsten steht neben Unerhörtem (Ucickys Nazi-Schmonzette "Mutterliebe", 1939) und Unvermeidbarem (Sicheritz' "Muttertag", 1993) auch manch unbekannte Rarität. So etwa das Video "Mutatag & andere Freuden" (Ö 1995), in dem Elke Krystufek einen (bewusst) amateurhaft gefilmten Muttertagsausflug mit Bildern über die weibliche Sexualität, den weiblichen Körper und andere Freuden konfrontiert. Oder etwa "Mother's Day" von James Broughton (USA 1948), ein Klassiker des Avantgardefilms, der seine Titelheldin in einer surrealen Jahrhundertwendekulisse aus Spiegeln und schwerem Plüsch förmlich thronen lässt ... Doch selbst "Broughton stürzt das Mutterbild nicht; er dreht eine beißende Satire über ihre Verherrlichung" (Peter Weiss).


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