Drei Mal Innenleben

Tanz. Nachrichten aus der Unterwelt: der Ballettabend "Underworlds" an der Volksoper.

Helmut Ploebst | Kultur | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Nett wars, aber es ist vorbei: aus der bequeme Glaube an eine schöne neue Welt. In den Kavernen unter der Oberfläche unserer Wirklichkeit begegnen wir dem wahren Innenleben des Hier- und Daseins. Liz King, Catherine Guerin und Georg Reischl sind in ihre Unterwelten hinabgestiegen; das von dort stammende Bild- und Zeichenmaterial ist nun während des Ballettabends "Underworlds" in der Volksoper zu sehen.

Kings "Epigamic Analogy" zeigt in der stilisierten Form des Balletts Aktions- und Reaktionsmuster gegenseitiger körperlicher Annäherung und Distanzierung. Die Arbeit macht Anleihen bei der Verhaltensbiologie - mit der enttäuschenden Folge, dass wieder einmal das leidige Stereotyp vom Tanz als Analogie zum Balzritual strapaziert wird. Guerin hat Mary Shelley, Shelly Jackson ("Patchwork Girl") und Artaud gelesen, dann Bill Forsythe, Bob Wilson, Jan Fabre aufgelegt und dieses Material zu "Counter Fits" abgesampelt. Das passagenweise brillante Ergebnis ist eine etwas willkürlich wirkende

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