Der exzentrische Konformist

Kunst. Die El-Greco-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum zeigt 40 Bilder eines Malers, dessen Werk von zahlreichen Anekdoten und Legenden überlagert ist.

Kultur | Inge Podbrecky | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Der Maler Domenikos Theotokopoulos verließ im Jahr 1567 seine Heimatinsel Kreta, um in Italien Karriere zu machen, wo er seiner Herkunft wegen Greco, der Grieche, genannt wurde. In Rom fand er das reaktionäre politische und geistige Klima der katholischen Gegenreformation vor. Die durch die Reformation geschwächte Kirche versuchte sich mithilfe Spaniens neu zu positionieren - als absolutistische Feudalmacht, die sich nur über die Zerstörung des kurz zuvor in der Renaissance konstituierten neuzeitlichen Individualismus durchsetzen konnte. Dazu war ihr jedes Mittel recht; die Inquisition und der militärisch organisierte Jesuitenorden waren ihre Exekutive.

Die Kunst war ein besonders empfindliches Gebiet, warfen die Protestanten den Katholischen doch übertriebenen Bilderkult vor. Die Theologen des Konzils von Trient hielten daher 1563 explizit fest, dass religiöse Bilder als didaktische Anleitung zur korrekten Devotion zu dienen hatten. Perspektivische Raumdarstellung und klassische


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