Schönheit in Arbeit

Kunst. Die Wiener Secession zeigt Arbeiten des britischen Künstlers Simon Starling, der sich durch die Mythen der Moderne ackert.


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Was immer du gerne machst, sollst du mit der Hand machen", war die Devise von William Morris (1834-1896), dem Erneuerer des Kunsthandwerks in England. Dieser Devise bleibt auch der in Glasgow lebende englische Künstler Simon Starling treu. Nicht dass er, wie Morris, der elenden Lage der arbeitenden Klasse ein unentfremdetes Werkeln am eigenen Ding entgegenstellen möchte. Starlings Vergnügen an der Handarbeit rührt vielmehr von der ironischen Einsicht her, dass die modernen Designutopien, die sich von der industriellen Fertigung eine Harmonisierung von Gebrauchswert und Ästhetik versprachen, längst von der Dynamik des Waren- und Markenfetischs widerlegt wurden. Was zählt, ist der Symbolwert, nicht nur im Kunstraum. Gerade das reizt Starling, den Hobel gegen den Strom der Zeit anzulegen.

In mühsamer Kleinarbeit baute Starling, Jahrgang 1967, einen Stuhl der Designklassiker Ray und Charles Eames nach. Das Metall entlehnte er einem Alu-Fahrrad von Marin Sausalito, das am Ende - freilich

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