Tier der Woche: Rehxplosion


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 19/01 vom 09.05.2001

Das neue Wiener Jagdgesetz verbietet in Zukunft der Jägerschaft das Sprengen von Rehen und Hirschen. Ganz richtig, die Tiere dürfen nicht mehr gesprengt werden. Wären religiöse Opferzeremonien in unseren Tagen noch üblich, dann würden die Priester jetzt empört aufschreien: "Unglaublich, nach der rituellen Schächtung sollen wir das Blut des Opfertiers nicht mehr über den Altar sprengen dürfen!" Aber die Bedeutung des Wortes hat sich gewandelt, und man muss sich fragen, ob die bisher üblichen Jagdflinten für einen sicheren Abschuss nicht mehr ausreichten? Natürlich wurden mit Dynamit nicht lebende Tiere gejagt, sondern man wollte sich bloß den Abtransport der Kadaver ersparen. Was selbst im unwegigen Hochgebirge eine fragwürdige Begründung ist, kann in den Wiener Donauauen oder dem Lainzer Tiergarten wohl erst recht nicht gelten. Obwohl es dem Nationalpark sicherlich ein markantes Profil verliehen hätte, wenn man für die Besucher neben Tierfütterungen auch Tiersprengungen

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