Vor 20 Jahren im Falter

... bewegten sich die Hochschülerschaftswahlen "in geregelten Bahnen".

Vorwort | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Am 20. und 21. Mai finden in ganz Österreich Hochschulwahlen statt. Auf nationaler, regionaler und Fachebene werden Studenten neue Parlamente und Vertretungen wählen.

Da es hierzulande nie eine nennenswerte Studentenbewegung gegeben hat und die Werbeetats dieser Gruppen von Industrie und Parteien ausreichend ausgestattet sind, brauchen sie weder intelligente Parolen noch viel Kopfarbeit - sie erhalten in Österreich unter Studenten automatisch die Mehrheit.

Traditionell wird die Verbesserung der materiellen und sozialen Lage der Studenten gefordert; bis jetzt ist es aber noch nie gelungen, der ignoranten Gelassenheit der zuständigen Ministerien mit entschlossenem massenhaftem Widerstand zu begegnen. Dies und die Finanzkrise des Staates werden auch in Zukunft den "Sozialkampf" als mögliches Diskussions- und Wahlkampfthema am Leben erhalten.

Neuigkeiten darf man nach den Wahlen keine erwarten, höchstens eine leichte Verschiebung nach rechts, wenn die JES stark gewinnen sollte, was einige befürchten. Auch die Nachlässigkeit und Begriffslosigkeit, mit der die neuerliche Kandidatur der faschistischen ANR von den bürgerlichen Studentenfraktionen, den verantwortlichen Politikern und der universitären Administration behandelt wird, hat schon Tradition.

Die erfahrungsgemäß niedrige Wahlbeteiligung wird sicherlich erneut zu erschrockenen Reaktionen Anlass geben. Da die Hochschülerschaft den Studenten in aller Regel bloß in Form von zu bezahlenden öS 115,- gegenübertritt, mit politischer Interessenvertretung aber sonst nichts im Sinn hat, darf das weiter nicht verwundern.


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