Die sieben Todsünden

Seinesgleichen geschieht. Apropos "Lage der Nation": ein Katalog von Hauptverfehlungen der Wenderegierung

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Letztes Jahr unterblieb die Rede des Kanzlers zur Lage der Nation, obwohl deren Jubiläum runder aussah als heuer: 45 Jahre Unterzeichnung des Staatsvertrags wären zu feiern gewesen. Aber Österreich war nichtfrei; es war, wenn nicht besetzt, so doch umlagert von Feinden. Da blieb dem Powerteam namens Regierung keine Zeit für Ansprachen, da hieß es zupacken und sich quer durch Europa lächeln. Vor einem halben Jahr, zum Nationalfeiertag 2000, schrieb ich, wenn Schüssel jetzt eine der einst von ihm und seinem Vorvorgänger Mock so geliebten Veranstaltungen amerikanischen Stils abhalten müsste, in goldglänzenden Sälen und umrahmt von Kapellen, dann bliebe ihm wohl nichts übrig als zu sagen: "The state of the nation is far from strong, it is outright miserable."

Nun, in Zeiten der sich abzeichnenden kleinen Achse Rom-Wien mitsamt der Nebenachse Klagenfurt-Jesolo, kann es der kleine Kanzler schon wieder anders darstellen. Die Bilanz dieser Wende sieht allerdings, abgesehen von der allgemeinen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige