Comeback der Könige

Ausland. Nach Berlusconis Triumph in Italien: noch mehr Normalität oder ein neuer Feudalismus?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Als Simeon Borisow Sachsen-Coburg 1946 von den sowjetischen Befreiern und Besatzern vom bulgarischen Thron vertrieben wurde, da war er neun Jahre alt. Das Versprechen, alle Probleme des leidgeprüften Balkanstaates innerhalb von 800 Tagen zu lösen, gibt der Partei des seither in Spanien lebenden Ex-Königs 2001 die besten Chancen, die im Juni bevorstehenden Parlamentswahlen in Bulgarien zu gewinnen. Mit ihrem schmerzhaften Reformprogramm scheint die pragmatische Regierung in Sofia auf verlorenem Posten zu stehen.

Zumindest, wenn der EU-Beitrittskandidat Bulgarien den Weg des EU-Mitbegründers Italien geht. Denn der politische Zyklus, der am vergangenen Wochenende in unserem südlichen Nachbarland zu Ende gegangen ist, kann als Musterbeispiel für demokratische Anormalität gelten. Am Anfang stand der Zusammenbruch des im Kalten Krieg gewachsenen Parteiensystems im Korruptionssumpf von Tangentopoli. Die Existenzkrise der sozialistischen Partei Bettino Craxis katapultierte den von Craxi geförderten


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