Chefsache Bioethik

Biopolitik. Der medizinische Fortschritt bringt die Politik in Nöte - zumal in Österreich. Denn der Kanzler spricht zwar, sagt aber nichts.

Vorwort | Klaus Taschwer | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Alles neu macht der Mai, weiß der Volksmund. Selbst die Wissenschaft, die beständig Neues in unsere Welt setzt, scheint im Wonnemonat außergewöhnlich erfolgreich zu sein. So meldeten Fachjournale dieser Tage nicht nur die Existenz eines Babys, das Erbmaterial von zwei verschiedenen Müttern hat, sondern auch die Gewinnung von lebenden Stammzellen aus den Gehirnen von toten Babys oder die Entdeckung einer "ultimativen Stammzelle" bei erwachsenen Mäusen.

Die Stammzellenforschung ist zurzeit das wahrscheinlich heißeste Versuchsfeld in der Biomedizin, deren neue Verheißungen unbegrenzt scheinen. Denn diese ganz besonderen Zellen sind in der Lage, sich zu anderen Zelltypen auszuformen und könnten so als gentechnisch programmierter Reparaturdienst für kaputtes Organgewebe eingesetzt werden - freilich erst nach vielen klinischen Versuchen und frühestens in fünf bis zehn Jahren. Euphoriker prophezeien indes munter, dass sich dereinst sogar ganze Organe aus Stammzellen züchten lassen


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