Mamma Mia!

Italien. Silvio Berlusconis fragwürdige Allianz siegt bei den italienischen Parlamentswahlen und weckt Besorgnis in der Europäischen Union. Doch Wien gratuliert und spricht Italiens Rechten vollen Respekt und Anerkennung aus. Mit gutem Grund.

Politik | Gerald John und Nina Weissensteiner | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Endlich wieder einmal ein Sieg für die Wiener Regierung: Während nach dem Wahlerfolg von Silvio Berlusconis Rechts-Bündnis "Casa delle Liberta"die meisten Staatsmänner Europasauf Tauchstation gingen, stellten Österreichs Minister - abgesehen von Spaniens Außenminister Josep Pique - die mickrige Gratulantenschar. FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passersprach den neuen Machthabern Anerkennung und Respekt aus. "Berlusconi ist jemand, der keinen Zweifel über Europa aufkommen lässt", assistierteÖVP-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann (FPÖ) erhofft sich"eine größere Akzeptanz der Regionen". Jörg Haider hatte der italienischen Rechten bereits in den Morgenstunden medial zugeprostet: "Berlusconi könnte den Beginn einer positiven Phase für Europa bedeuten."

Nein, diesmal wird sich die EU zu keinen Sanktionen hinreißen lassen. Maximal ein Beobachtungsverfahren sieht der Vertrag von Nizza vor. Frankreichs Außenminister Hubert Vedrine


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