Das Kreuz der ÖVP

Sozialpolitik. Der Bundeskanzler beschwört die "christlich-sozialen Wurzeln" der ÖVP. Kehrt der politische Katholizismus zurück oder will die ÖVP als die sozialere Regierungspartei dastehen? Wohin steuert die Volkspartei?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Dem Klubsekretär kommt die ÖVP zu verzopft daher: Die Partei solle ihr Augenmerk doch bitte auf Jungwähler und Frauen richten, denn die stünden der Politik kritischer gegenüber. "Diese Gruppen wollen aber eine liberale und keine konservative Partei", meint der Mittdreißiger. Und überhaupt: Aus dem ÖVP-Programm sollte das Christentum gerade noch "nicht eliminiert" werden. Sagte Wolfgang Schüssel in den frühen Siebzigerjahren zu profil, als die ÖVP in der Opposition um ein neues Programm rang.

Heute ist Schüssel Bundeskanzler. "Wir genieren uns nicht für unsere christlich-sozialen Wurzeln", sagte er vergangene Woche bei einem Grundsatzreferat vor den schwarzen Nationalratsabgeordneten in Linz.

Kehren die Bürgerlichen zum politischen Katholizismus der ersten Republik zurück oder will die ÖVP als die sozialere Regierungspartei dastehen? Welche Ideologie treibt die Volkspartei?

"Früher war der christliche Flügel in der ÖVPschwächer und der Wirtschaftsflügel stärker", erinnert


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