Links laufen und saufen

Körperpolitik. Aus gegebenem Anlass des bevorstehenden Wien-Marathons: eine Erwiderung auf Josef Caps Behauptung, dass Langstreckenlaufen und hedonistischer Lebenswandel einander ausschlössen.

Politik | Klaus Nüchtern und Klaus Taschwer | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Österreich ist völlig verstrunzt", konstatierte kürzlich Fitnesspapst Ulrich Strunz in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit nicht ohne Stolz. Der Mann hat tatsächlich ganze Motivationsarbeit am hiesigen Volkskörper geleistet, denn das Land scheint kollektiv vom Fitness-Fieber befallen: Beim Wien-Marathon am kommenden Wochenende wird ein Rekord-Teilnehmerfeld von weit über 20.000 Menschen erwartet, rund die Hälfte davon startet über die volle Distanz von gut 42 Kilometern.

Mittlerweile gibt es kaum eine politische Führungskraft des Landes, die ihr Laufhobby nicht schon medial unter Beweis gestellt hätte. Einer der ältestgedienten laufenden Volksvertreter ist der neue SPÖ-Klubobmann Josef Cap, der - von der Politikredaktion des Falter auf seinen Hedonismus angesprochen - entgegnete, dass die ihm "unterstellte hedonistische Lebensweise mit meiner Marathon-Leidenschaft unvereinbar" sei. Zusatz: "Eine kurze Nachfrage bei den Marathonläufern in der Falter-Redaktion hätte die Arbeit


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