Mediensplitter

Medien | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

ORF-Kuratorium Auf Antrag der Koalitionspolitiker Khol und Westenthaler hat das ORF-Kuratorium den Beschluss gefasst, das ORF-Gesetzesvorhaben der Regierung (vgl Falter 18/01) "außer Streit zu stellen". Die rot-grüne Opposition stimmte dagegen und kritisierte den Beschluss als "Maulkorb" für die ORF-Spitze.Das ist Förderung kritischer Öffentlichkeit auf österreichisch: In der Diskussionsphase die Dinge "außer Streit stellen!"

Rundfunkbeirat Im ersten Gremium der Medienbehörde KOMMAustria, das nun besetzt wurde,zeigt sich, was die FPÖ unter "Unabhängigen Experten" und "Entpolitisierung" versteht. Nominiert wurde Rechtsanwalt Michael Rami, in der Kanzlei Böhmdorfer Gheneff-KEG als Anwalt Jörg Haiders und anderer FPÖ-Politiker tätig.

Bundeskommunikationssenat Aus den Reihen der zuständigen Richterschaft ist keine einzige Bewerbung für diese Behörde eingetroffen, die der Medienbehörde KOMMAustria als Kontrollinstanz dienen soll. Der grüne ORF-Kurator Stefan Schennach bezeichnete diese Tatsache als "schallende Ohrfeige der Justiz, die der Verpolitisierung der Medienpolitik eine Absage erteilt."

Auf gehts Immer wieder erfrischend wirken Anregungen in der Werbung. Ob Autoverleih oder dickes buntes Magazin: Hauptsache, man hat eine Idee, die das Produkt entsprechend ausdrückt. Und dass Ideen Einfälle sind, die man hat, glaubt in der Werbung schon lange keiner mehr. Warb die deutsche Autovermietungsfirma Sixt mit dem Fahrtwind im Haar der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, schmeichelt sich "News" mit der Idee, es lasse den Parteivorsitzenden jeden Donnerstag die Haare zu Berge stehen. Sixt war früher dran, aber nach Karl Kraus geht es nicht darum, wer eine Idee zuerst hat, sondern wer sie besser hat.


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