Blues 92/Interview mit Veran Matic, B92: "Wir brauchen ein paar Millionen DM"

Medien | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Falter: Was hat sich für B 92 seit der Revolution geändert?

Matic': Es ist sicher leichter für uns geworden. Aber auch wenn wir nicht mehr tagtäglich Gefahr laufen, verboten zu werden, müssen wir weiterhin wachsam sein. Die demokratischen Strukturen in Serbien sind noch zu wenig gefestigt, viele der alten Eliten sind noch immer an der Macht. In dieser Situation des Übergangs sind unabhängige Medien wichtiger denn je.

Wie positioniert sich B 92 im neuen, demokratischen Jugoslawien?

Wir wollen unseren Standort als Public-Service-Medium beibehalten. Die Finanzierung soll zu hundert Prozent durch Werbung zustande kommen. Aber die laufenden Kosten sind eben sehr hoch. Die Voraussetzungen, als unabhängiges Medium am freien Markt zu überleben, sind günstig. Was wir brauchen, sind ein paar Millionen Deutschmark.

Hat sich der Umbruch in Jugoslawien auf die Anzahl ihrer Mitarbeiterschaft ausgewirkt?

Wir haben uns unser Team im Laufe der Jahre fast vollzählig erhalten, aber momentan arbeiten wir daran, die Anzahl an Mitarbeitern zu senken. Vor der Revolution waren wir gezwungen, für alles, was wir produzierten, drei, vier Alternativen zu entwickeln, deshalb brauchten wir mehr Leute. Heute arbeiten bei B 92 insgesamt, das heißt Radio und Fernsehen, 250 Personen, davon 50 als Journalisten.


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