Kommentar: Diese Woche neu: "Vereinbarungskultur"

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Die Zivilisation ist nur ein dünner Firnis. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. Kaum geraten meine Redaktionskollegen und -kolleginnen auch nur ein wenig unter Druck, schon platzt der Lack ab: Mein & Dein wird klein geschrieben, alles Essbare wird geplündert, um dann während (!) der Redaktionssitzungen verzehrt zu werden. Wie soll man diesem eklatanten Mangel an Kinderstube und Herzensbildung Herr werden? Kein Zweifel: partnerschaftliche Verhaltensvereinbarungen müssen her!

Schön, dass es dieses Wort jetzt gibt. Es findet sich in der Novelle zum Schulunterrichtsgesetz und führte vergangene Woche zu einer Debatte, die an mangelnder Informiertheit und platter Polemik nichts zu wünschen übrig ließ. Von "Rohrstaberlerlass", "brachialpopulistischer Rohrstaberlinitiative" oder "Verordnung diktatorischer Spielregeln" war die Rede. Liest man den Text der Novelle, ist die Aufregung nur schwer nachvollziehbar: Per Gesetz soll die Möglichkeit eingeräumt werden, "schuleigene Verhaltensvereinbarungen


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