Den Bleistift im Rücken

Theater. Surrealist und Schauspieler, Theatervisionär und Poet, Genie und Wahnsinniger: Der französische Extremkünstler Antonin Artaud (1896-1948) bewegt bis heute die Geister. Eine Inszenierung im Burgtheater-Kasino und eine Ausstellung in Graz versuchen zu klären, was sich hinter dem Mythos Artaud verbirgt.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Die Erdbeeren liebe ich nicht, was ich liebe, ist der Geschmack der Erdbeeren in den Erdbeeren. Die Küsse liebe ich nicht, was ich liebe, ist der Geschmack der Küsse in den Küssen. Die Fotzen liebe ich nicht, was ich liebe, ist der Geschmack der Fotzen in den Fotzen. Die Ärsche liebe ich nicht, was ich liebe, ist der Geschmack der Ärsche in den Ärschen.

Antonin Artaud Er war schön, ausgemergelt, trübsinnig; er lachte nicht, und obwohl er wenig sprach, gab es etwas pathetisch Beredtes in dem etwas hartnäckigen und schrecklich aufreizenden Schweigen, das er bewahrte. Er glich einem gedrungenen Raubvogel mit staubigem Gefieder, geduckt, um augenblicklich seine Beute zu ergreifen, aber in dieser Haltung erstarrt." So erinnert sich der Philosoph Georges Bataille ("Das obszöne Werk") an den jungen Dichter und Schauspieler Antonin Artaud, wie er ihn im Paris der Zwanzigerjahre kennen gelernt hat.

Als Bataille ihn zwanzig Jahre später wieder trifft, traut er seinen Augen nicht:


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