Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Dass Theater wie eine Droge wirkt, passiert selten. Die Wiener Festwochen haben zum Auftakt zwei Inszenierungen eingeladen, die beide auf sehr unterschiedliche Weise eigentümliche Wahrnehmungen erzeugen. "Mudan Ting" (auf Deutsch: der Pfingstrosenpavillon) in der neuen Halle E im Museumsquartier ist die freie Rekonstruktion einer Oper aus der Ming-Dynastie (1598 geschrieben). Während die "Schöne Du" in rund zwanzig Stunden Nettospielzeit aus Liebeskummer stirbt und durch die Liebe wieder zum Leben erweckt wird, hat man jede Menge Zeit, die lebenden Enten im Teich zu beobachten und sogar in eigene Gedankenwelten abzudriften. So meditativ und bewusstseinserweiternd das auch ist, so ansprechend die bunten Kostüme sogar für Kinder sind, so ernüchternd ist auf die Dauer doch die etwas spießige Komik der nicht enden wollenden Diener- und Mönchsauftritte und die amerikanisierte Ästhetik, die mitunter erstaunlich verkitscht und folkloristisch wirkt. Ein ruhiger, langer, aber nicht besonders


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