"Was mir auf den Sack geht"

Musik. Die Hamburger Band Blumfeld legt mit "Testament der Angst" die bislang beste Pop-CD des Jahres vor. Sänger und Songwriter Jochen Distelmeyer sprach mit dem "Falter" über die wichtigsten Themen des Albums: Perspektivlosigkeit und Utopie, gelebte Widersprüche, Kapitalismus und die Musikindustrie.

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Was ich haben will, das krieg ich nicht. Und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht!" Sätze wie diesen meißelte Peter Hein als Sänger der Gruppe Fehlfarben Anfang der Achtziger in jenen Fels, der als "Monarchie und Alltag" bis heute als eine der wichtigsten deutschsprachigen Pop-Produktionen überhaupt gilt. Hein machte die eigene Courage bald zu schaffen, und er verließ Fehlfarben noch vor der Aufnahme ihrer zweiten Platte.

Ein gutes Jahrzehnt später veröffentlichte das Hamburger Post-Punk-Trio Blumfeld mit seinem Debüt "Ich-Maschine" ein Album, das wie "Monarchie und Alltag" als Schallplatte gewordenes Stimmungsbild einer Generation, als lautstarkes Manifest gegen die schleichende Übermacht biederer Alltäglichkeit funktionierte. Das Private wurde in den kunstvollen Texten des Sängers, Gitarristen und Songwriters Jochen Distelmeyer zum irritierend direkten Ort des Politischen, verhandelt vor den spezifischen Bedingungen des Lebens im Deutschland der frühen Neunziger. "Sind


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