Musik und Theater: Dichter auf dem Klo


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Der Dichter und Mussolini-Fan Ezra Pound sitzt "right down at the shithouse", als er erfährt, dass der Krieg vorbei ist: ein passender Ort, um das zu erfahren - kommentiert er grimmig. Für sein 1997 im Wiener Konzerthaus uraufgeführtes und nun endlich auch in einer Volksausgabe erhältliches Werk "O Moon My Pin-Up" (hatOLOGY / harmonia mundi) konnte Franz Koglmann den grandiosen Vokal-Berserker Phil Minton als Ezra Pound gewinnen, dessen Organ er gegen acht Instrumentalisten und acht Vokalisten setzt. Neben Mintons furioser Over-the-Top-Performance besticht das Werk durch seine mutige Klangdramaturgie, die Einflüsse von der Renaissance-Musik bis zum Schlager aufgreift und das Obszöne gegen das Sublime, das Pathos gegen die Parodie setzt.

Ein schönes Beispiel für Koglmanns Flirt mit dem Populären gibt seine Bühnenmusik für Beverly Blankenships letztes Jahr im Schauspielhaus uraufgeführtes Stück "Venus in Transit" (between the lines / Ixthuluh): "I Wanna Be Loved By You" gibt das

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