Die Bestie von Döbling

Tiermord. Rottweiler brechen auf der Straße zusammen, Pinscher kippen um, Pudel leiden an Brechdurchfall: In Döbling versetzt ein Hundevergifter Herrl und Frauchen in Angst. Ein Opfer ist bereits zu beklagen.

Stadtleben | Nina Horaczek, Gerald John (Text) und Felicitas Kruse (Fotos) | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Plötzlich bekam Pago weiche Hinterläufe. Normalerweise tollt der Rottweiler gemeinsam mit seinem Spielgefährten, dem nervösen Rehpinscher "Dodi", quietschlebendig durch den Döblinger Krimpark. Doch an jenem Nachmittag hing das 60-Kilo-Bröckerl nur apathisch beim Gestrüpp ab, schnupperte und schleckte im Dreck herum. Am Heimweg wäre Pago dann beinahe zusammengesackt. Mit Mühe zerrte Frauchen Christine Papesch ihren "Batscho" an der Leine nach Hause, in den Gemeindebau an der Flottowgasse. "G'scheppert hat er", erzählt Papesch. Erst als sie ihm einen halben Liter Milch einflößte, kam das Kalb von einem Hund wieder zu Kräften.

Auch Dusty war nicht bei Sinnen. Der Nachbarin kackte er auf den Teppich, was sich der wohlerzogene Mischling im Normalzustand nie erlauben würde. Beim abendlichen Auslauf torkelte Dusty dann durch die Gassen, als wäre er high. Ständig zog es dem armen Viecherl die Beine weg, ständig kippte es um. Es dauerte Stunden, ehe der Hund von seinem Trip herunterkam.


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