Treu bis in den Tod

Kirche. Sie sind den Pfarrern am nächsten, doch die Anerkennung durch die offizielle Kirche bleibt ihnen meist verwehrt: die Pfarrershaushälterinnen. Jetzt wollen sie mit ihrer eigenen Internet-Seite auf sich aufmerksam machen.

Stadtleben | Barbara Toth | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Kirchliche Liebesgeschichten haben ihre eigene Terminologie. "Kommst du mit?", fragte der Diakon, der demnächst eine eigene Pfarre übernehmen sollte, die junge Studentin. "Ich kann aber nicht kochen", meinte diese verschmitzt. "Das kannst ja lernen", antwortete er ungerührt.

25 Jahre später sitzt Susanne Kopeszki, 50, in ihrer geräumigen Küche im zweiten Stock der Paulanerpfarre im vierten Bezirk und erzählt von ihrem Leben. Von den vielen Kindern, die sie groß werden hat sehen, von den alten Menschen, die sie in den Tod begleitet hat und von ihrem Beruf, der bei vielen immer noch Befremden auslöst. Susanne Kopeszki ist Pfarrersköchin, wie der Volksmund sagt - "Pfarrershaushälterin" ist die Bezeichnung, die sich die Frauen selber geben. Sie ist ledig geblieben. "Am Anfang hat mein Chef einen Mann für mich gesucht, das waren aber immer welche, von denen er wusste, die gefallen mir nicht."

170 aktive Priesterhaushälterinnen gibt es derzeit in der Erzdiözese Wien. Etwa ein Drittel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige