"Wie die Rehe"

Marathon. Bereits im Vorfeld des "Großen Laufens" werden alle Rekorde gebrochen: 10.000 Läufer werden sich heuer die fröhliche Tortur des Vienna City Marathons antun. Nur Dagmar Rabensteiner, Österreichs schnellste Marathonfrau, ist diesmal nicht dabei.

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 20/01 vom 16.05.2001

Dagmar Rabensteiner macht es nicht wie die Rehe. Dagmar Rabensteiner, seit Jahren die schnellste Marathonläuferin hierzulande, kann auch nicht grinsen. Genauer: Sie kann nicht feist grinsen, nur charmant lächeln, sie läuft auch nicht auf dem Vorfuß, sondern über die Ferse und den Mittelfuß. "Machen Sie es wie die Rehe", sagt nämlich Ulrich Strunz, "laufen Sie auf dem Vorfuß." Seit Dr. med. Ulrich Strunz aus Mittelfranken, der weißhaarige Mann mit dem angeklebten Grinsen im Gesicht, durch den stetigen Trommelwirbel eines bunten Magazins als "Lauf-Papst" oder "Lauf-Guru" inthronisiert wurde, ist auch hierzulande kein Halten mehr: Bis zu einer Million Läuferinnen und Läufer huschen wie die Rehe durch die Wälder und über die Straßen - und grinsen dabei.

Die Motivation und das gesichtsverzerrende Grinsen holt sich die Läuferschar dabei aus den Büchern des Auflagen-Millionärs ("Forever Young" setzte etwa 1,5 Millionen Exemplare ab) und Vortrag-Abkassierers (ab 100.000 Schilling


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