Vor 20 Jahren im Falter

... nach der Eröffnung der Gaga war in Wien mit dem WUK das zweite Kulturzentrum im Entstehen - allerdings mit den üblichen Hindernissen.

Vorwort | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Nach intensiven Bemühungen der WUK-Leute (Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser in Selbstverwaltung der Benützer) steht die "Nutzung" des alten TGM-Gebäudes in der Währinger Straße unmittelbar bevor. Zumindest erwartet man in gut informierten Kreisen am 23. Mai, kurz nach dem entscheidenden Treffen zwischen Gemeinde und Bund, eine provisorische "Nutzungsbewilligung" und die tatsächliche Schlüsselübergabe, die im Fall "Kulturzentrum Gassergasse" (kurz nach den Ereignissen des 1. März) überraschend unbürokratisch abgewickelt wurde.

Die Übernahme des Gebäudes durch die zahlreichen interessierten Gruppen ist dringend notwendig geworden, da bereits erhebliche Schäden innerhalb des Gebäudes aufgetreten sind, die baldigst behoben werden müssten. Der Zahn der Zeit hat zu nagen begonnen.

Bei der Gemeinde Wien ist man sich noch nicht im Klaren, welches Ressort die laufende Finanzierung übernehmen soll: Sozial-Sandner oder Kultur-Zilk. Erstere hat ihr Haupt schon mit Gassergasse-Federn geschmückt, Letzterer träumt der Räumung des Messepalastes im Jahre 1983 entgegen, um dann dort ein Kulturzentrum a la Centre Pompidou zu verwirklichen. (Noch liegt der Plan auf Eis. Aber es taut.) Nun, nachdem Bürgermeister Gratz "selbst eingegriffen" hat (Dezember 1980) und Anfang März erklärte: "Ich habe es erreicht", wird die Klärung der Kompetenz Nebensache sein. Wobei unterschieden werden muss zwischen einem Budget zur Herstellung der Infrastruktur und einem Betriebsbudget. Vorschläge sind bei Stadtrat Zilk deponiert worden.

Da der Vorstand der WUK nach langer Tätigkeit ausgelaugt ist, werden alle Interessenten ersucht, kurz vor dem Ziel nicht aufzustecken und unbedingt zur 1. Delegiertenversammlung am 23. Mai um 14 Uhr im Festsaal der Bezirksvorstehung (9., Währinger Straße 43) zu erscheinen. Auch finanzielle Unterstützung ist vorläufig noch notwendig. Momentan reichts nicht einmal mehr zu einem Fest. Dieses gilt es noch vor dem Sommer im WUK-Haus zu feiern.


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