Schlankheitskur

Universitäten. Die geplante Unireform zielt auf die Kommerzialisierung von Forschung und Lehre ab. Eine Nachdenkpause tut Not.

Vorwort | Edith Saurer | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Wir mögen heute in einer postindustriellen und einer postmodernen Gesellschaft leben, aber wir leben gewiss in keiner Postwissensgesellschaft. Im Gegenteil. Der internationale Wettbewerb beruht auf Wissensvorsprüngen, und das steigert die Erwartungen von Politik und Wirtschaft an die Universitäten. Diese Erwartungen beflügeln die aktuelle Diskussion um Universitätsreform und Dienstrecht: Entdemokratisierung, Verstärkung hierarchischer Strukturen (Konzentration der Projektforschung auf den Institutsvorstand), "Mut zur Bildungselite" lauten einige Schlüsselbegriffe - die mit der Logik moderner Forschung und Lehre allerdings schwer in Einklang zu bringen sind. Wissenschaftliche Produktion bedarf solidarischer Zusammenarbeit. In der Forschung sind die Lehrenden auch Lernende. Teamarbeit kennzeichnet nicht nur die Naturwissenschaften, sondern auch die Projektarbeit in den Sozial- und Kulturwissenschaften. Das ist der Grund, warum in der modernen Wissenschaft die Hierarchien zumindest


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige