Starker Tobak

Italien. Warum die EU rechtspopulistische und rechtsextreme Phänomene in Italien weniger ernst nimmt als in Österreich.

Vorwort | Thomas Amonn | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Der Ausgang der italienischen Nationalwahlen vom 13. Mai wurde in Österreich mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Das Hauptinteresse betraf zunächst die Frage, ob die italienische Regierung im Falle des - allgemein erwarteten - Sieges Silvio Berlusconis mit Sanktionen des EU-Auslandes zu rechnen habe, ähnlich denen gegen die ÖVP-FPÖ-Koalition ein Jahr zuvor. Da so gut wie alle europäischen Regierungsvertreter bereits im Vorfeld des Wahltages diplomatische Maßnahmen ausgeschlossen hatten, wurde - nicht nur in Österreich - die Frage aufgeworfen, ob in Europa nicht mit unterschiedlichen Maßen gemessen werde: Schließlich sind die xenophobe, separatistische Lega Nord und die postfaschistische Alleanza Nazionale Teil des um Berlusconi gescharten Wahlbündnisses "Pol der Freiheiten". Die aggressiven Ausfälligkeiten Umberto Bossis gegen illegale Einwanderer, römischen Zentralismus, Brüssel und die Linken füllen Bände. Richtig starker Tobak ist aber das, was sich auf lokaler Ebene


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