Dolm der Woche: Ursula Stenzel

Politik | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Ursula Stenzels Analyse des italienischen Wahlergebnisses war die radikalste von allen.Während die meisten Berlusconi-Kritiker "nur" auf die drohende Machtfülle des Industriemagnaten und Regierungschefs hinwiesen, nannte die ÖVP-Europaabgeordnete ihn gleich einen "demokratisch legitimierten Cäsar". Das Beängstigende daran: Stenzel findet das gut. "Alle Versuche, Bedenken zu äußern" hält sie für "klägliche Rückzugsgefechte": "Es wird Zeit, dass sich der Staub der medialen Aufregung legt." Und die Journalisten am besten in denselben kriechen. Welchen Politikern wird Stenzel noch als Nachfahren historischer Diktatoren huldigen? Den russischen Präsidenten Wladimir Putin etwa könnte sie als Attila den Hunnenkönig loben. Den chinesischen Präsidenten Jiang Zemin - ethnisch auch nicht ganz korrekt - zu Dschingis Khan adeln. Und den nach Japan geflüchteten peruanischen Diktator Alberto Fujimori als Francisco Pizarro trösten.


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