Ohren auf! : Co(s)mische Gitarre

Kultur | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Gitarristen genießen nicht unbedingt den Ruf, zu den zurückhaltendsten Musikern zu gehören. Auch der viel gepriesene Schweizer Gitarrero Harald Haerter, dem die Süddeutsche eine "Nische zwischen Marc Ribot und John Scofield" zuwies, beweist auf "Cosmic" (TBC/edel), dass ers ordentlich krachen lassen kann, ohne sich gleich ins Nirwana zu schraddeln. Am spektakulärsten gelingt ihm das im Zusammenspiel mit Tenorsaxophonisten Michael Brecker auf "GBT": Kollidierende Klang-Kosmen, ständige Tempowechsel und wechselseitiges Hochlizitieren vermitteln einen starken Eindruck einer tollen Live-Combo.

Brecker selbst gibt sich auf seinem im Juni erscheinenden Album "Near-ness of You. The Ballad Book" (Verve/Universal) um einiges ruhiger. In All-Star-Besetzung (Herbie Hancock, Charlie Haden, Jack DeJohnette) widmet er sich Klassikern und Neuem: gediegener, nur gelegentlich von Pat Methenys prätentiös-überdrehtem Gitarrengenudel ("Nascente") gefährdeter Schönklang ohne Angst vor breitem Sentiment

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