"Bin ich komplett daneben?"

Musik. Klaus Tschabitzer ist einer der leiwandsten Popmusiker dieser Stadt. Aber kaum jemand weiß das zu schätzen.

Gerhard Stöger | Kultur | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Eine zumindest latente Unzufriedenheit gilt als wesentliches Charakteristikum des gelernten Österreichers. Wenig überraschend also, dass die Tendenz zum Jammern auch im Bereich des heimischen Populärmusikschaffens besteht. So wollen etwa manche Austropopper nicht wahrhaben, dass sich "ihr" Ö3 in der Programmgestaltung an ökonomischen Richtlinien und nicht an einer austro-chauvinistischen Vergangenheitsverklärung orientiert. Auch junge Alternativmusiker suchen die Gründe ihrer enden wollenden Popularität gerne und vorwiegend in der wortreich beklagten medialen Situation sowie der Größe des Landes.

Klaus Tschabitzer jammert keine Sekunde, als er den Falter in einem Gürtel-Weinhaus zum Gespräch trifft. Dabei hätte gerade er, der seiner Musik nur in leidenschaftlicher Feierabend-Beschäftigung nachgehen kann, allen Grund, sein Leid zu klagen. Über das geringe Interesse der potenziellen Hörerschaft etwa, in die musikalischen Nischen gediegenen Eigenbrötlertums hineinzuleuchten.

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