Neugierde statt Altgierde

Festwochen-Musiktheater. Klaus-Peter Kehr hat den Festwochen einen ordentlichen Modernisierungsschub verpasst. Zum Abschluss seiner Amtszeit sprach der scheidende Musik-Programmdirektor mit dem "Falter" über Kultur in Wien und Deutschland, Xenophobie und über die Enge in musikalischen Nischen.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Klaus-Peter Kehr ist der George Harrison der Wiener Festwochen-Leitung. Während Hortensia "John" Völckers (zunächst für Tanz, nun für Sonderprojekte zuständig) in den vergangenen vier Jahren für den intellektuellen In- und Output des Festivals sorgte und keine Gelegenheit zum genreübergreifenden Diskurs ausließ, konnte sich der soft-charmante Luc "Paul" Bondy (Theater) rasch als Everybody's Darling etablieren und die allermeisten Medien des Landes ebenso für sich einnehmen wie den ehemaligen Kulturstadtrat Peter Marboe, der ihn letztes Jahr zum alleinigen Nachfolger des Dreier-Direktoriums ab 2002 bestellte. Unterdessen arbeitete Kehr ohne großen Medienrummel um seine Person sympathisch ruhig und besonnen am Musiktheaterprogramm. Nur Wolfgang "Ringo" Wais spielt noch weiter im Hintergrund, von wo aus er als Geschäftsführer den finanziellen Takt des Festivals vorgibt.

Dabei bräuchte sich Kehr gar nicht so dezent in der zweiten Reihe zu verstecken. 1991, zunächst als Dramaturg,


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