Heiteres Kindermorden

Festwochen-Show. Die Junk-Oper "Shockheaded Peter", eine Dramatisierung des Kinderbuchklassikers "Der Struwwelpeter", ist noch grausamer als das Original - und viel lustiger. Eine Erfolgsgeschichte.

Kultur | Pamela Krumphuber / London | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Generationen von Kindern haben in Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" mit Grausen lesen müssen, welch düsteres Schicksal sie erwartet, wenn sie sich nicht an die Vorschriften ihrer Eltern halten. Und selbst wer in der Kindheit mehr Erfahrungen mit Familienkonferenzen als mit disziplinierender Lektüre gemacht hat, erinnert sich zumindest dunkel an einen verstümmelten Daumenlutscher oder an ein kleines Mädchen, das mit Zündhölzern spielt und zu einem rauchenden Häufchen Asche verbrennt. Kaum zu glauben, dass Hoffmann die Geschichten 1844 als Parodie auf zeitgenössische Kinderbücher verfasst hat, um sie seinem dreijährigen Sohn unter den Weihnachtsbaum zu legen.

"Shockheaded Peter: A Junk Opera", produziert von der Londoner Firma Cultural Industry, bringt das böseste und zugleich beliebteste Kinderbuch des 19. Jahrhunderts auf die Bühne. Wie die Vorlage verschwendet auch "Shockheaded Peter" keine Zeit mit pädagogischen Zimperlichkeiten. Im Gegenteil: Wenn Hoffmann zumindest ein


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