Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Lange hat Karl Welunschek seinen guten Vorsatz, im Rabenhof nicht selbst zu inszenieren und dem Nachwuchs eine Chance zu geben, nicht durchgehalten. Schon bei der zweiten Inszenierung eines Jungregisseurs zog Welunschek die Notbremse, trennte sich "in beiderseitigem Einvernehmen" von Gerald Singer und übernahm - nur zwei Wochen vor der Premiere - selbst die Regie für Nestroys "Zu ebener Erde und erster Stock". Die kurze Probenzeit sieht man der Aufführung schon deshalb kaum an, weil Welunscheks Inszenierungen ohnedies immer so aussehen, als wären sie in 14 Tagen auf die Bühne gerotzt worden. Der Regisseur, der vor zehn Jahren mit schlanken, aggressiven Nestroy-Interpretationen Furore machte und sich zuletzt als Trash-Künstler versuchte, hat nun endlich seinen ersten Trash-Nestroy inszeniert: Auf der Bühne liegt der Wohlstandsmüll, den die Neureichen vom ersten Stock achtlos auf die Straße werfen; die Kostüme sehen aus wie von Humana, die Masken wie bei Witte gekauft; für die


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