Dancer in the Dark

Festwochen-Theater. Auch Altstars können alt aussehen: Klaus-Michael Grüber inszeniert "Roberto Zucco" von Bernard-Marie Koltes im Akademietheater.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Babe, it seems so long Since you've been gone And I just got to say That it grows darker with the day Nick Cave: "Darker with the day" Am Ende, wenn Roberto Zucco in den Tod gesprungen und das Stück eigentlich vorbei ist, gibts im Akademietheater noch einen stummen Epilog: Nick Cave singt die tieftraurige Schlussnummer aus seinem aktuellen Album, der Hauptdarsteller August Diehl tänzelt schwerelos über die blaudunkle Bühne, auf der die Kulissen der vergangenen zwei Theaterstunden auf und ab gefahren werden; so wie einem Sterbenden in der letzten Stunde Bilder seines Lebens durch den Kopf gehen, erscheinen auch Roberto Zucco nochmals die Stationen des mörderischen Dramas, das er gerade durchlebt hat.

Man könnte jetzt natürlich sagen, dass eine Aufführung, die so elegisch ausklingt wie die neue Nick-Cave-CD, nicht ganz schlecht sein kann. Man kann aber auch die Frage stellen, warum sich eine Aufführung, die so schön endet, die längste Zeit so seltsam anfühlt.


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