Filmen aus Notwehr

Film. Ob Nick Cave oder Nina Hagen, ob Allen Ginsberg oder Jonas Mekas: In den Filmen von Peter Sempel werden Celebrities zu liebevoll porträtierten Alltagsgestalten.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Peter Sempel macht Filme über Celebrities, aber nicht unbedingt deshalb, weil sie berühmt sind. Vermutlich eher, weil sich diese Künstler dem Leben ausgesetzt haben. Was eine wahre Celebrity sein will, muss mehr vorweisen können als bloß Erfolg oder eine sonst wie beachtliche Laufbahn - Schicksal, möglicherweise.

"Kein Glitzer und keine Scheinwelt", lautet Sempels Devise bei der Arbeit; die Filme selbst sind von Zuneigung, ja Bewunderung für die jeweils Porträtierten geprägt. Sempel enthüllt keine biografischen Pikanterien, er interessiert sich einzig für Alltägliches, das Unverstellte, Echte: egal, ob er nun Allen Ginsberg oder Nina Hagen, Blixa Bargeld oder Yoko Ono, Nick Cave oder Kazuo Ohno vor der Kamera hat.

Peter Sempel, 1954 in Deutschland geboren, wuchs im australischen Busch auf. "Eigenes Känguruh, mit Pferd morgens zur Schule. Oft als 'kleine Nazisau' beschimpft, Mitschüler Ohr abgerissen und Schule (nur) halb abgebrannt. In der Wildnis war die Freiheit erlebbar",


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