Streifenweise

Kultur | Michael Omasta / Drehli Robnik | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Die Wiener Filmakademie, in früheren Jahren oft mitleidig belächelt, findet seit geraumer Zeit auch international zunehmend Beachtung. Schuld daran haben Filme wie die in Koproduktion mit ihrer Partnerschule (der HFF Konrad Wolf in Potsdam/Babelsberg) entstandene Jugendballade "Mein Stern", aber nicht zuletzt auch die im Zweijahresrhythmus abgehaltenen Internationalen Studentinnenfilmfestivals. So hat das FAK 01 mit Valeska Griesebachs stimmiger Jugendballade nicht nur einen wunderbaren Eröffnungsfilm gefunden, sondern wartet auch sonst mit einer Reihe durchaus überzeugender Arbeiten bzw. prominenter Namen auf. Im Wettbewerb um die Goldenen Bobbys sind u.a. Nina Kusturica ("Draga Ljiljana"), Marie Kreutzer ("Cappy leit"), Marcus Kanter ("Kunst. Machen") oder Ruth Mader ("Null Defizit") vertreten; der Jury gehören neben Michael Haneke unter anderen der Kameramann Hans Selikovsky sowie der Produzent und Dokumentarfilmer Kurt Mayer an (von 23.5. bis 27.5. im Künstlerhaus).

Die in Stockerau und Umgebung, sprich: Wien, ansässige Medien-Guerrillatruppe monochrom bittet in den (kurzfristig so benannten) Franz-Blabolil-Saal des Schikaneder-Kinos zur zweimaligen Abhaltung ihres audiovisuell unterstützten Reisevortrags "Vitaloase Bad Kratschmach". Was als Urlaubsreportage über Land und Leute beginnt, mündet auf verschlungenen Wegen in eine mysteriöse Fantasy-Geschichte über die globale Machtübernahme einer Dinosauriergewerkschaft (oder so ähnlich). Fitnesswahn- und Technophilie-Satire verbindet sich mit Alltagsarchäologie und glamourösen Live-Interpretationen von Eighties-Hits zu einer Hirnsausen machenden Mischung von eigentümlicher Konsistenz. Zu erwarten ist nicht weniger als eine Neudefinition von Märchenerzählkunst und Musical mit den Mitteln der Powerpoint-Präsentation, mit einem Wort: Enormes (am 23.5. und 1.6., jeweils um 21.30 Uhr im Schikaneder).


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige