Was vom Menschen bleibt

Kunst. Mit dem Atelier Augarten eröffnet die Österreichische Galerie ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Den Auftakt macht eine Ausstellung über Skulptur in Österreich nach 1945.

Matthias Dusini | Kultur | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Cafe Ambrosi geht auf keinen Fall", erklärt der Public-Relations-Beauftragte der Österreichischen Galerie, Klaus Pokorny, dem Wirt des neuen Lokals im Atelier Augarten. Dabei hätte der Name so gut zu den Thunfischtramezzini und den Gnocchi con Gorgonzola gepasst. Beim Namen Ambrosi runzelt auch Kurator Thomas Trummer die Stirn: "Ich würde nicht wollen, dass sich jede Ausstellung als Kommentar zu Ambrosi versteht."

Die Republik Österreich richtete in den Fünfzigerjahren dem Bildhauer Gustinus Ambrosi ein Atelierhaus mit Wohnung ein. Ein großer Künstler war er nicht, eher ein Frisör, der, statt mit Schere und Föhn, mit Hammer und Meißel den Mächtigen seiner Zeit ein fesches Antlitz verpasste: Engelbert Dollfuß, Benito Mussolini oder Leopold Figl stehen im Werkverzeichnis. Die Kunstgeschichte hat den 1975 verstorbenen Burgenländer nie wahrgenommen - oder längst vergessen. Bis auf weiteres schreibt ein Vertrag vor, dass Ambrosi gezeigt werden muss, was in einem als Privatmuseum

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