Stadtrand: Einen Kübel Farbe, bitte!

Stadtleben | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Manchmal ist es wohl sicherer, mit dem Rad im Stoßverkehr auf der Tangente unterwegs zu sein, als einen Radweg zu benützen. Denn die Radwege - eigentlich zum Schutz der Radfahrer vor motorisierten Gefährten gedacht - entwickeln sich immer mehr zu Radfahrer-Vernichtern. Der Ring-Rundweg ist kaum mehr zu erkennen: Plötzlich steht man im Nichts, weil keine Markierung mehr da ist und man schon drei Bäume früher den Ring queren hätte sollen, um am Radweg zu bleiben. Da kann man sich dann überlegen, ob man, verbotenerweise, noch zehn Bäume am Gehweg weiterfährt, weil sich der Ring-Rundweg für Radler ohnehin permanent zwischen den beiden Straßenseiten hin und her schlängelt, oder doch brav zur Ampel zurückfährt. In der Zwischenzeit sind einem schon einige Touristen ins Rad gelaufen. Beschweren bringt nichts, weil die blauen Radweg-Zeichen so verwaschen sind, dass man gar nichts mehr erkennen kann. Und wie soll ein japanischer Tourist verstehen, dass er hier nicht gehen darf, weil ein blauer Farbfleck am Boden pickt? Mag ja sein, dass Wiens Radwege schön waren, damals zumindest. Heute brauchen sie dringend etwas Farbe. Wahrscheinlich reicht es, wenn vor dem Rathaus Farbkübel ausgeteilt werden, damit wir frustrierten Radfahrer uns den Weg selbst neu bemalen. N. H.


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