Die Kinder von Nußdorf

Nachwuchs. Das Geburtshaus Nußdorf war der erste Ort in Österreich, an dem Geburt nicht als Krankheit und Hebammen nicht als Hilfspersonal gesehen wurden. Jetzt feiert es sein 15-jähriges Bestehen.


Nina Horaczek
Stadtleben | aus FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Als wir das Geburtshaus gründeten, war der Großteil der Ärzte noch davon überzeugt, besser zu wissen, was für die werdenden Mütter gut ist, als die Frauen selbst", erinnert sich Michael Adam, der medizinische Leiter des Geburtshauses. "Damals haben uns alle für verrückt gehalten." Denn Adam und seine Kollegen zählen in Österreich zu den Ersten, die eine Geburt nicht als medizinisches Hochrisiko verstanden, sondern als ganz normalen Vorgang, der von den Ärzten nur sanft begleitet werden sollte. Deshalb wurde auch alles unternommen, damit es in Nußdorf nicht aussieht wie in einem Spital. Die drei "Kreißsäle" würden ohne weiteres als Doppelzimmer in einem 4-Sterne-Hotel durchgehen. Statt weißer Kacheln, Videoüberwachung und einem Krankenbett, umringt von technischen Geräten, gibt es viel Naturholz, bequeme Sessel, Bilder an den Wänden, ein gemütliches Doppelbett und, in der Mitte des Raumes, ein buntes Seil, an dem sich Gebährende bei einer Geburt im Stehen festhalten

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