Vor 20 Jahren im Falter

... wurde ein offener Brief an Bürgermeister Leopold Gratz abgedruckt, der in der Folge der Hausbesetzung in der Windmühlgasse als Flugblatt in der Stadt kursierte.

Vorwort | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Die Demonstrationen um den 1. März und die Hausbesetzung am 1. Mai sind Ausdruck einer berechtigten Unzufriedenheit der Wiener Jugend über die Lebens- und Entfaltungsmöglichkeiten in dieser Stadt. Das Vorgehen der Polizei und die Berichterstattung in den Medien drängen diese Jugendlichen ins kriminelle Abseits und verhindern jeglichen konstruktiven Dialog zwischen den Verantwortlichen und den Betroffenen. Der akute Wohnungsmangel, die hohen Mieten und das Wucher- und Spekulationswesen am Wohnungsmarkt konnten weder von Regierung noch Gemeinde wirksam bekämpft werden. Zahlreiche Wohnungen stehen leer, noch immer müssen Menschen, vor allem Alte, Familien mit vielen Kindern, Jugendliche unter menschenunwürdigen Bedingungen leben.

All diese Missstände haben Jugendliche zum Anlass genommen, eine derart spektakuläre Aktion durchzuführen. Mag das Vorgehen der jungen Menschen juristisch auch nicht legitim sein, so ist es moralisch und durch die Wohnungssituation in dieser Stadt gerechtfertigt.


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