Hero der Woche: Egon Kapellari

Politik | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Jörg Haider hatte wieder einmal gelästert - diesmal aber sprach ein Kirchenfürst ein Machtwort. "Ein unhaltbarer Zustand ist es", schimpfte zuerst der Kärntner Landeshauptmann den frisch ernannten Diözesanbischof Alois Schwarz, dass "anlässlich einer Firmung" im Kärntner Sittendorf "die Heilige Messe fast ausschließlich in Slowenisch gefeiert worden ist". Schwarz' Vorgänger, Bischof Egon Kapellari, hätte sich, wie viele seiner Kollegen, "nicht in die Politik einmischen" müssen. Er erteilte Haider aber eine saftige Strafpredigt. "Reiner Populismus!", rief der Kirchenmann, "die Zeiten politischer Einflussnahme auf die Liturgie sind vorüber. Ich sage, wehret den Anfängen!" In den letzten zwanzig Jahren hat sich Kapellari oft bemüht, Streit zwischen deutsch und slowenisch Sprechenden zu schlichten. "Für Stabilität im Zusammenleben", maßregelte er nun Haider, "muss man beiden Volksgruppen etwas geben".Amen.


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