Aufgeblättert

Kultur | Franz Gutsch | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Die junge Comiczeichnerin Nadine erwacht eines Tages in einem Container. Auf Befehl eines mysteriösen Chefs soll sie die Geschichte ihrer Krankheit schreiben. So macht sich Nadine daran, ihr ungewöhnliches Leben aufzuzeichnen. Bald stoßen wir auf noch mehr Verwirrendes. Nadine leidet an unkontrollierbaren Metamorphosen. Sie verwandelt sich in einen Mann und schwängert die Freundin ihres Bruders, später ist sie eine Ratte in den Untiefen feindlicher Kanalisationen, auch als Spinne krabbelt sie mal in einer Disco umher. Das alles ist sehr kompliziert. Aber unter den Bedingungen postmoderner Identitätsspiele ist "der kahuna modus" von der Kölnerin Nika Bertram eine nette Geschichte über die Möglichkeit, traditionelle Rollenverankerungen zu lockern. Für die auf über 300 Seiten sich ausbreitenden eskapistischen Fantasien braucht man beim Lesen etwas Biss, aber am Ende kann man sicher sein, den Erstling einer viel versprechenden Autorin gelesen zu haben.

Kaum weniger rasant der Roman


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