Feldhamster und Fax-Ethik

Literatur. Konsumkritiker, Benimmtante und Vokabelsammler Max Goldt legt zwei neue Sammelbände vor und liest in Wien.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Max Goldt wurde 1958 in Weende geboren. Heute gehört Weende zu Göttingen und beherbergt, wie man dem Tagebuch dieses vielleicht bedeutendsten lebenden Weender Schriftstellers entnehmen kann, "die größte europäische Population an Feldhamstern". Seit seinem 31. Lebensjahr verfasst Goldt zu gleichen Teilen belustigende und belehrende Kolumnen, von denen die meisten im Satiremagazin Titanic und hernach als Buch erschienen sind und die dem Autor recht leicht von der Hand gehen.

Neben den Kolumnen, die eigentlich keine sind, weil sie in Magazinen und Zeitungen keine schlanken Spalten (columna, lat. für Säule, Pfeiler), sondern ganze Seiten von eher gartenähnlichem (lat.: hortus) Grundriss füllen, gibt es auch Kurzprosa, Dialoge, Dramolette und dergleichen, die bis in die frühen Achtzigerjahre zurück datieren und in dem 860 Seiten umfassenden Best-of-Sammelband "Okay Mutter, ich mache die Aschenbechergymnastik in der Mittagsmaschine" der Einfachheit halber als "Nicht-Kolumnen" Eingang

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