Remember 7. Dezember!

Film. Sechzig Jahre nach dem japanischen Luftangriff auf die Pazifikflotte der USA betreibt Hollywoods längster und teuerster Pearl-Harbor-Film aller Zeiten zielgenaues Memorial-Marketing.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Vorigen Sommer wurden zwei amerikanische Schüler, die ein Veteranendenkmal beschmiert hatten, dazu verurteilt, einen Aufsatz über den Film "Saving Private Ryan" zu schreiben. Als Abgabetermin setzte das Gericht den 7. Dezember fest, den 59. Jahrestag des Angriffs auf die Marinebasis Pearl Harbor.

Am 22. Mai 2001 erlebte "Pearl Harbor" seine Premiere vor Hollywood-Promis, Soldaten und Veteranen an Bord eines Flugzeugträgers in ebendiesem Hafen. In dem Monumentalereignis kulminierte eine PR-Kampagne mit Postern nach Art gemalter Plakate aus dem Zweiten Weltkrieg: Ganz klein stand der Filmtitel unter Slogans wie "Keep 'em flying!", "We need nurses!" oder "Buy war bonds!". Man stelle sich vor, die deutsch (ko)produzierten Kriegsfilme "Stalingrad" (1993) oder "Duell - Enemy at the Gates" (2001) wären mit nachempfundener NS-Propaganda, die zum Kauf der Kriegsanleihe 1942 aufruft, beworben worden! In den USA hingegen knüpft eine Filmindustrie, die auf Sinn- und Marktpotenziale von hautnah


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