Nüchtern betrachtet: Auch fremde Pflanzen gehören übersetzt!

Kultur | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Angesichts des prächtigen Wetters und eines alles andere als prächtigen Kontostandes, der die Übernahme von Tierpartnerschaften derzeit als unratsam erscheinen lässt, begab ich mich unlängst auf die Suche nach einer Freiluftsitzgelegenheit ohne Konsumzwang und landete im Botanischen Garten, wo mich Profi-Allergiker ein Schild provozierte, das von der Berührung der entsprechenden Pflanze heftig abriet, andernfalls mit heftigen allergischen Reaktionen zu rechnen sei. Für kurze Zeit verspürte ich gefährlich intensiv das perverse Verlangen, die Herausforderung anzunehmen, mir die Kleider vom Leib zu reißen und mich in den Stauden von Heracleum persicum zu wälzen. Ich ließ es dann aber beim Kleider-vom-Leib-Reißen bewenden und ärgerte mich über die Translationsträgheit deutschsprachiger Botaniker, denen die Seltenheit einer persischen Killerpflanze in unseren Breiten Anlass genug ist, sie in ihrem traurig-nüchternen Latein einfach da stehen zu lassen. Und das, obwohl hierzulande


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