Streifenweise

Kultur | Michael Loebenstein / Michael Omasta | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Männer sind Schweine. Oder zumindest schwanzlastige Trottel, finden Max und ihre Tochter Page. "Heartbreakers" (Regie: David Mirkin, langjähriger Produzent der "Simpsons") ist eine Screwball-Komödie um ein professionell agierendes Betrügerinnenduo: Mama verführt wohlhabende Männer zur Ehe - die reizvolle Tochter besorgt dann den Grund zur Scheidung (und reichlich finanzielle Entschädigung). Eine weibliche Variante der "Dirty Rotten Scoundrels", allerdings mit weitaus vulgärerem Anstrich - was nicht ohne Charme ist: Teenieprinzessin Jennifer Love Hewitt führt (zumindest in der Originalfassung) ein durchaus respektloses Maul, und Sigourney Weaver ist sowieso eine unterschätzte Komödiantin. Ein süßliches letztes Drittel und die hölzerne Dramaturgie mindern etwas den Spaß, den die Besetzung durchaus macht: Gene Hackmann als kettenrauchender, Schleim hustender Tabakbaron in Kniestrümpfen und Shorts ist eine Kinokarte aber allemal wert.

Letzteres kann man der neuen Komödie von Houchang Allahyari nicht nachsagen. Ene mene muh ... und tot bist Du"spielt in einem Seniorenheim, das "Jungbrunnen" heißt und zum Schauplatz einer Mordserie um den Ehrentitel "älteste Wienerin" wird. Die zahlreichen Publikumslieblinge von gestern (Waltraut Haas, Bibiane Zeller, Karl Merkatz, Gunther Philipp et al.) mühen sich redlich, aber vergebens: Die wenigen Ideen werden sofort wieder verschenkt, die Gags versanden im Nichts. Das mit Abstand Witzigste an diesem neuen Tiefpunkt der heimischen Filmproduktion ist der Abspann. Als Gruppeninspektor wird dort Herbert Fux angeführt - nicht dass es drauf ankommt, aber im Film schaut er mehr wie Dieter Chmelar aus.


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