Kampf um Liebe

Geschichte. Ob Monarchie, Erste Republik, Ständestaat, Nationalsozialismus oder Zweite Republik, Österreich verstand es zu jeder Zeit, ein erbarmungslos homophobes Land zu sein. Bis heute weigert sich die Republik, Lesben und Schwule als vollwertige Menschen anzuerkennen.

Stadtleben | Lisa Appiano | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Subkulturen sind zer-störbar, die aufkommende Organisierung von lesbischen Frauen in den Zwanzigerjahren ist ein gutes Anschauungsbeispiel dafür", meint Helga Pankratz, Autorin und Gründerin der ersten Lesbengruppe Wiens innerhalb der Homosexuellen Initiative (HOSI). Für die Lesben- und Schwulenbewegung der späten Siebziger gab es kein kraftschöpfendes Zurückgreifen auf eine Generation, die vor ihnen aktiv war. Das Wenige, was an eigenen Strukturen existierte, wurde mit der Machtergreifung des Austrofaschismus und der Etablierung des Ständestaates vernichtet. "Dann, von 1945 bis zur zweiten Frauenbewegung und der Ära Kreisky, herrschte Provinzialität, katholische Erziehung und konservative Enge", sagt Pankratz, heute Obfrau der HOSI Wien. Auch das Wien der Zwanzigerjahre kannte kaum eigenständige öffentliche Organisationsformen lesbischer Frauen. Weder innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung - auch wenn sich in deren Räumen, wie zum Beispiel im Trattnerhof am Graben, "frauenliebende


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