Lesbisches Wien: Die Stadtverführerin

Stadtleben | Eva Weissenberger | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Was ist eine Sublesbe? Bis wann wurde Sex zwischen Frauen mit bis zu fünf Jahren Kerker bedroht? Welche Videothek hat eine eigene Abteilung für Lesbenfilme? Hm, keine Ahnung. Und wo schaut man nach, wenn man das wissen will? Bisher - Fehlanzeige. Seit einigen Jahren schon gibt es einen Stadtführer für Schwule. Der erste Wien-Guide für Lesben wird am 16. Juni in der Buchhandlung "Frauenzimmer" vorgestellt. Gerade noch rechtzeitig zur Europride-Parade hat die Redaktion der feministischen Zeitschrift an.schläge "Wien lesbisch. die Stadtverführerin" fertig gestellt. Die grüne Abgeordnete Ulrike Lunecek schreibt über "Lesbenpolitik in Österreich", Hosi-Obfrau Helga Pankratz macht "eine lesbische Lokaltour in die Vergangenheit", an.schläge-Redakteurin Verena Fabris spürt Erinnerungen an die Anfänge der Lesbenbewegung nach und Auf-Mitherausgeberin Eva Gerber hofft, "sie küssen gut". Hinter den informativen oder witzigen Streifzügen durch die Stadt und die Vergangenheit folgt ein hundert Seiten dicker Service-Teil, nicht nur für Touristinnen und Neo-Wienerinnen: Aufgelistet sind alle Adressen, die eine Lesbe in Wien kennen muss. Von Ausgehen bis Wohnen. Von den fliegenden Volleyballerinnen Flying Sox bis zur Galerie Flying Eye. Dazu Telefonnummern von Frauengesundheitszentren, Notrufen und Mädchenberatungsstellen sowie als Extra ein Wörterbuch des Wienerischen.

Und die Antworten auf die Eingangsfragen? Politische Lesben nennen Frauen, die lieber Frauen aufreißen als auf Demos zu gehen oder feministische Artikel zu schreiben, Sublesben. Bis vor dreißig Jahren war lesbischer Sex unter erwachsenen Frauen strafbar. Gut sortiert ist die VideothekAlphaville in der Schleifmühlgasse.

"edition an.schläge Wien Lesbisch. die Stadtverführerin" (Milena), zu beziehen unter an.schlaege@chello.at


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